Glud Museum
 

Der Bauernhof "Badensminde"

Ein Gevierthof ist  ein Hof umgeben von vier Gebäuden, wovon das eine das Wohnhaus ist. So auch der Hof Badensminde, wo die Türen immer geöffnet sind.

Der schönste Bauernhof Dänemarks - schrieb der Gründer des Museums, Søren Knudsen, auf den Grundriß dieses Bauernhofes. Die Vermessung machte er im Jahr 1928 und schickte sein Material an das Nationalmuseum in Kopenhagen. Søren Knudsen hat viele Bauernhöfe in Bjerre Herred vermessen, aber ”Badensminde” war der schönste. Dieser Hof wurde 1811 von dem Zinsbauern Hans Sørensen und seiner tugendhaften Frau Anne Katrine von Baden erbaut. Der Hof lag zu der Zeit in Øster Bisholt – 2 km westlich von Glud.

Anfang 1980 fanden die damaligen Besitzer des Bauernhofes das alte Haus zu unpraktisch und wünschten sich ein modernes Haus. Der alte Bauernhof wurde dem Museum angeboten. Das Museum hat die Fachwerkgebäude abgetragen, das Fachwerk nummeriert und zum Museum transportiert, wo der Hof exakt wieder aufgebaut wurde. Diese Arbeit war im Jahr 1991 beendet. So steht der Hof jetzt als der Stolz des Museums und als würdige Erinnerung eines  weitblickenden Bauern aus der Zeit der großen Landwirtschaftsreformen.

Søren Knudsen war jedoch nicht der erste, der einen Blick für die Größe und Erhabenheit des Bauernhofes „Badensminde“ hatte. Schon 1833 schrieb der damalige „Bezirksvorsteher“ J.P.With an Die königliche dänische Landwirtschaftsgesellschaft mit dem Vorschlag, daß Hans Sørensen für seine Leistung von der Gesellschaft prämiert werden sollte. „Hans Sørensern hat über Jahre an der Verbesserung des Hofes gearbeitet, nachdem er den Hof auf eigene Kosten aus bestem Material gebaut hat. Weiter hat er einen guten Garten angelegt und alles eingezäunt. Die große Leistung war von großer Selbstlosigkeit, da Hans Sørensen ein Zinsbauer von dem Gut Jensgård ist. Was Hans Sørensen mit dieser Leistung einzig erreicht, ist daß sein Sohn bei der Übernahme des Hofes einen höheren Zins an Jensgård zahlen muß. Es ist wohlbegründet, daß „erbaut und bezahlt“ über der Tür von Badensminde steht“.

1842 wurde die Prophezeiung des Bezirksvorstehers With wahr: Als Søren Hansen den Hof seines Vaters übernahm, mußte er den doppelten Zins an Jensgård zahlen – 40 Reichstaler im Jahr.

Zinsbauern waren normalerweise nicht verarmt. Aber die vernünftigen unter ihnen haben ihre Reichtümer im Strumpf ganz unten in der Truhe versteckt, damit sie das Geld mit sich nehmen konnten, wenn sie den Hof verließen. Hans Sørensen war ein Idealist. Er verbesserte mit Eifer eines anderen Gut. Als er zufällig zu Geld kam, stiftete er ein Legat für die Armen. With berichtet: „ – Als Hans Sørensen vor 2 Jahren ein kleineres Vermögen von einem Verwandten in St. Petersburg erbte, hat er damit sofort ein Legat von 200 Reichstalern für zwei verarmte Männer im Dorf errichtet. Diesem Legat gab er den Namen des Verwandten in Rusland und nicht seinen eigenen Namen.“  Nach dem Zinsfuß von damals von 4 % konnten 8 Reichstaler jährlich ausgezahlt werden.

Was Hans Sørensen sich 1842 hinterließ gab den Eindruck eines reichen Hauses. An den Wänden der großen Stube hingen 40 verschiedene Bilder, u.a. Kupferstiche der dänischen Könige und Königinnen. Schränke und Truhen waren mit Wäsche bester Qualität gefüllt. Doch es war nicht viel Silber im Besitz, da Hans Sørensen ein moderner Mann war, der sein Geld nicht in der Truhe ruhen ließ, sondern es auf Zins anlegte. Der Nachlaß hatte ein Guthaben von 1880 Reichstalern. Probst Plesner in Glud gehörte zu den Schuldnern.

In Ostjütland waren die Gebäude alle zum Hof gewendet. Alle Türen der Gebäude waren zum Hof, nie auf der Außenseite. Das Wohnhaus lag auf der Nordseite des Hofes, und die Scheune gegenüber auf der Südseite. Das Gebäude auf der Ostseite war Pferde- und Kuhstall. Gleich neben dem Pferdestall hatten 2 Knechte ihre Kammer. Das westliche Gebäude war Schaf-, Schweine- und Hühnerstall, sowie Holzwerkstatt und Altenteil des ehemaligen Besitzers. Mitten auf dem Hof war der große Misthaufen, wo die Hühner ihr Futter fanden, und gleich daneben war die Pumpe!

Das Wohnhaus ist so eingerichtet und möbliert, wie es um 1900 gewesen sein könnte. Inventar von Badensminde aus der Zeit ist nicht bewahrt worden, aber das Museum hat gute Aufzeichnungen davon. Mehrere Generationen haben das Haus geprägt. Sie haben alle hier gewohnt, und das hat seine Spuren hinterlassen.

Durch die Haustür mit der Inschrifttafel kommt man in einen kleinen Flur. Zur linken / westlichen Seite ist die „Oberstube“, und zur rechten / östlichen Seite ist des Bauern Wohnzimmer mit Kachelofen! Eine „Oberstube“ wurde nur zu besonderen Anlässen gebraucht, und es ist kein Ofen in dem Raum. Die Möbel sind von früheren Generationen geerbt. Es sind viele „Aufbewahrungsmöbel“ – Truhen und Schränke. Früher stand in dieser Stube auch ein vornehmes Himmelbett. An den Wänden hängen Porträts der dänischen Könige und Königinnen.

Die „Kachelstube“ hat einen Ofen – darum Kachelstube, und hat moderne Möbel mit rotem Plüsch und einer Hängelampe im Stil der Zeit – Jugendstil.

Die Gesindestube hat eine traditionelle Einrichtung. Der Holzfußboden kam erst 1850 in diesen Raum, vorher war hier Lehmboden. Hier haben sowohl die Bauernfamilie als auch Knechte und Mägde und evtl. Tagelöhner gegessen. Das Essen wurde aus der kleinen Küche mit dem modernen Küchenherd herein gebracht.

Im täglichen Leben auf dem Hof wurde die Hintertür benutzt. Durch diese kam man in die oben genannte Gesindestube auf der linken / westlichen Seite und rechts / östlich in den Wirtschaftsraum mit dem großen Backofen. Die Waschkessel an den Seiten des Schornsteins wurden sowohl zum Kochen der Wäsche als auch zum Brauen gebraucht. In der Ecke steht die alte Malzkiste. Von hier ist der Eingang zur Kammer der 3 Mägde. Im östlichsten Teil des Hauses ist die Molkerei. Die frischgemolkene Milch wurde in breite Schalen gegossen, die Sahne abgeschöpft und gebuttert. Badensminde war für guten Käse bekannt. Der Käse wurde in der Käsekammer gelagert.


Übersight


Badensminde


Speisezimmer


Wohngebäude


Wohnstube

Glud Museum, Museumsvej 44, Glud, 7130 Juelsminde Tlf. 7568 3082 E-mail: post@gludmuseum.dk
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